Ein vertikaler Ort, schon für sich eine Attraktion
Positano besichtigt man nicht wie eine Stadt: Man steigt hinauf und hinunter. Die Häuser reihen sich am Hang übereinander und sind durch Treppen, Gassen und Durchgänge verbunden, die unversehens auf Terrassen mit Blick aufs Meer münden.
Unser Rat: Lassen Sie sich ohne festes Ziel von den Stufen leiten. Jede Biegung verändert den Ausschnitt: ein Bogen, ein hängender Garten, ein Glockenturm, ein Stück Meer zwischen zwei Mauern. Man braucht bequeme Schuhe und etwas Puste, aber die Anstrengung gehört zum Erlebnis.
Santa Maria Assunta und die Schwarze Madonna
Sie ist das religiöse und optische Herz des Ortes. Die mit bunten Majolikafliesen verkleidete Kuppel gehört zu den bekanntesten Silhouetten Positanos und ist von vielen Punkten im Zentrum und vom Meer aus zu sehen.
Im Inneren wird die byzantinische Ikone der Schwarzen Madonna aufbewahrt, die von den Einwohnern Positanos verehrt wird. Eine im Ort überlieferte Legende erzählt, das Bild sei vom Meer gekommen und verbinde den Namen Positano mit einem Anruf. Das ist als überlieferte Erzählung zu verstehen, nicht als historische Tatsache, hilft aber zu begreifen, wie sehr die Kirche in der Gemeinschaft verankert ist.
Die Kirche ist ein Ort des Gottesdienstes: Dezente Kleidung und Zurückhaltung während der Gottesdienste sind angebracht. Die Öffnungszeiten erfragen Sie am besten bei den Hinweisen der Pfarrei.
Das MAR: die römische Villa unter der Kirche
Nur wenige Besucher wissen, dass sich unter Santa Maria Assunta das MAR verbirgt, das archäologische Museum, das die Überreste einer römischen Villa bewahrt. Es erinnert daran, dass dieser Küstenabschnitt schon in der Antike besucht und bewohnt war, lange vor dem Aufstieg des Tourismus.
Der Besuch ist kurz, eröffnet aber eine andere Dimension des Ortes: Unter den belebten Gassen liegt eine vielschichtige Geschichte, die sich in Ruhe erschließt. Öffnungszeiten, Öffnungstage und Zugangsbedingungen können sich ändern, daher sollten Sie sie über die offiziellen Kanäle des Museums oder der Gemeinde prüfen.
Spiaggia Grande und Fornillo als Orte zum Anschauen
Man muss nicht baden, um die Strände von Positano zu schätzen. Die Spiaggia Grande, direkt vor dem Zentrum, ist die große Bühne des Ortes: Von hier aus erfasst man die gesamte terrassenförmige Architektur, mit den Farben der Fassaden, die den Hang hinaufklettern.
Der Strand von Fornillo, kleiner und beschaulicher, ist zu Fuß über einen Panoramaweg an der Küste zu erreichen. Der Weg ist für sich schon einen Spaziergang wert, mit Ausblicken auf den Ort aus einer anderen Perspektive. Wenn Sie sich dagegen für Arienzo und Laurito interessieren, die über Treppen oder in der Saison mit Shuttle-Booten erreichbar sind, verdient dieses Thema einen eigenen Beitrag.
Montepertuso und der Lochfelsen
Wer zu den hoch gelegenen Ortsteilen hinaufsteigt, kommt nach Montepertuso, dessen Name an das große Loch im Fels oberhalb der Siedlung erinnert. Es ist eine Naturkuriosität, begleitet von Volkserzählungen, die sie mit Geschichten von Teufeln und Madonnen verbinden und die eher mündlich als durch Dokumente überliefert sind.
Hier ändert sich die Atmosphäre: weniger Trubel, mehr Stille, ein weiterer Blick auf den Golf und das Flair eines Bergdorfs mit Meerblick. Für ein vollständiges Erlebnis des hohen Positano gibt es außerdem Nocelle, Endpunkt des Sentiero degli Dei von Agerola aus.
Li Galli, die Inseln am Horizont
Draußen auf dem Meer, vor Positano, zeichnet sich die kleine Gruppe von Felseninseln ab, die als Li Galli bekannt ist. Vom Ufer aus sind sie eine ständige Präsenz, besonders bei Sonnenuntergang, wenn sich ihre Silhouette vom Meer abhebt.
Eine alte Überlieferung bringt sie mit den Sirenen der Odyssee in Verbindung, eine Anspielung, die gut zur Landschaft passt. Um sie zu bewundern, genügt eine Terrasse oder ein Stück Uferpromenade; wer näher heranfahren möchte, muss sich über die Meeresbedingungen sowie die geltenden Regeln für Schifffahrt und Zugang informieren.
So fügen Sie alles ein, ohne zu hetzen
Positano sieht man am besten Ebene für Ebene: am Vormittag das Zentrum mit Kirche und MAR, dann ein Spaziergang nach Fornillo und schließlich, wenn Zeit bleibt, der Aufstieg zu den hohen Ortsteilen.
Praktische Tipps
- Tragen Sie geschlossene, bequeme Schuhe: Es gibt viele Treppen, die mitunter unregelmäßig sind.
- Meiden Sie in den heißeren Monaten für die Aufstiege die Mittagsstunden.
- Reisen Sie möglichst mit öffentlichen Verkehrsmitteln an: Es gibt nur wenige Parkplätze, und Busse auf der Statale 163 sowie saisonale Fähren bieten Alternativen.
- Prüfen Sie vor der Abreise stets Fahrzeiten und Verbindungen bei den offiziellen Quellen.
Häufige Fragen
Wie viel Zeit braucht man für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Positano?
Für das Zentrum, die Kirche Santa Maria Assunta, das MAR und einen Blick auf die Spiaggia Grande genügt ein Vormittag. Kommen der Spaziergang nach Fornillo und ein Aufstieg nach Montepertuso hinzu, sollten Sie besser den ganzen Tag einplanen.
Befindet sich das MAR wirklich unter der Kirche?
Ja, das archäologische Museum MAR befindet sich unter der Kirche Santa Maria Assunta und bewahrt die Überreste einer römischen Villa. Die Öffnungszeiten können sich ändern und sollten daher über die offiziellen Kanäle geprüft werden.
Kann man Positano ohne Auto besuchen?
Ja, und es ist die einfachste Wahl: Es gibt nur wenige Parkplätze, und das Zentrum erkundet man zu Fuß. Die Busse auf der Statale 163 und die saisonalen Fähren nach Amalfi, Capri und Sorrento sind gute Alternativen, doch sollten Sie aktuelle Fahrzeiten und Frequenzen prüfen.
Quellen und nützliche Links
Zeiten, Preise und Leistungen können sich ändern: Prüfe vor der Reise immer die offiziellen Quellen.
Aktualisiert: 2026-10-26






