Pontone, die Schwelle des Tals
Wer die Amalfiküste über ihre Küstenorte kennt, kann sich nur schwer vorstellen, wie sehr sich die Landschaft mit zunehmender Höhe verändert. Pontone, ein Ortsteil von Scala, zwischen Amalfi und Atrani gelegen, liegt genau am Rand: auf der einen Seite der weite Blick aufs Meer und auf die Dächer, auf der anderen der tiefe grüne Einschnitt, der sich über dem Valle dei Mulini öffnet.
Es ist ein Durchgangsort für alle, die sich zum Valle delle Ferriere begeben, und man sollte ihn eher als Eingang zu einer natürlichen Umgebung denn als bloßen Aussichtspunkt betrachten.
Ein Mikroklima außerhalb der Zeit
Das Valle delle Ferriere ist eine schmale, eingeschnittene Schlucht, in der die Luft kühler und feuchter ist als an den sonnenbeschienenen Hängen. Der Unterschied ist sofort spürbar: An die mediterrane Macchia und die kultivierten Terrassen treten schattige Wälder, Moose und von Wasser tropfende Felswände.
Unter diesen Bedingungen wächst die Woodwardia radicans, ein großer Farn, der als Relikt aus vergangenen Epochen gilt, als es wärmer und feuchter war als heute. Wegen dieses Vorkommens ist das Tal auch unter Botanikern bekannt und wird oft als eine der eigenartigsten Naturlandschaften der Amalfiküste genannt.

Das Wasser, das nach Amalfi hinabfließt
Den Charakter des Tals bestimmt das Wasser. Am Grund fließt ein Bach, und auf dem Weg zum Meer durchquert er das Valle dei Mulini, den Abschnitt oberhalb von Amalfi, wo die Kraft des Wassers über Jahrhunderte die alten Papiermühlen antrieb.
Dem Lauf dieses Wasserfadens zu folgen hilft, das Gebiet als ein einziges System zu verstehen: von den Quellen und den Wäldern in der Höhe bis zu den Gassen der Küstenstadt. Nach Regenfällen wird der Bach lebhafter, und sein Rauschen begleitet diejenigen, die unterwegs sind, noch lange.
Warum es «delle Ferriere» heißt
Der Name erinnert an die alten Tätigkeiten rund um die Eisenverarbeitung, die hier gerade die Kraft des Wassers nutzten. Von dieser industriellen Vergangenheit bleiben zwischen der Vegetation Spuren erhalten: Steinstrukturen, Ruinen, Zeichen einer Arbeit, die die Natur heute größtenteils wieder aufgenommen hat.
Das ist ein faszinierender Aspekt des Tals: kein in absolutem Sinn unberührter Ort, sondern ein Gebiet, in dem Mensch und Natur zusammengelebt haben, bis der Wald wieder Raum gewann.
Ein Reservat, das mit Respekt begangen werden will
Das Tal gehört zu einem geschützten Naturgebiet, und das bringt Regeln des gesunden Menschenverstands mit sich, die man sich merken sollte:
- bleib auf den markierten Wegen und bilde keine Abkürzungen
- pflücke keine Pflanzen, Farne oder Blumen
- hinterlasse keinen Müll und nimm alles wieder mit, was du mitgebracht hast
- halte die Stimme leise: Der Wald ist auch Lebensraum für die Fauna
Die Fragilität feuchter Lebensräume ist genau der Grund, warum diese Orte erhalten geblieben sind.
Wann man gehen sollte und was man beobachten kann
Das Tal verändert sich mit den Jahreszeiten, und jede Zeit hat ihren Reiz.
Frühling und Herbst
Das Grün ist intensiv, das Wasser reichlich, und die milderen Temperaturen machen den Weg angenehmer. Nach Regenfällen können Untergrund und Stufen jedoch rutschig sein.
Sommer
Der Schatten des Waldes bietet Erleichterung gegenüber den offenen Bereichen der Amalfiküste. Dennoch empfiehlt es sich, ruhig zu starten und Wasser mitzunehmen.
Was man ansehen sollte
- die großen Farne an den feuchten Wänden - das Moos auf den Felsen - das Lichtspiel zwischen den Baumkronen - die steinernen Überreste der alten Werke
Vor der Abreise
Die Zugänge zu den Wegen und zum Reservat können sich aufgrund von schlechtem Wetter, Erdrutschen, Wartungsarbeiten oder Vorgaben der zuständigen Stelle ändern. Prüfe vor dem Aufbruch die aktuellen Informationen bei den offiziellen Quellen, etwa bei den Gemeinden von Scala und Amalfi sowie bei den Stellen, die das Schutzgebiet verwalten.
Trage Schuhe mit gut profilierter Sohle, nimm auch im Sommer eine leichte Jacke mit und prüfe die Wettervorhersage sorgfältig: In einem engen Tal ändern sich die Bedingungen schneller als im Ort.
Häufige Fragen
Was macht das Valle delle Ferriere besonders?
Sein kühles, feuchtes Mikroklima, das eine seltene Vegetation wie den Farn Woodwardia radicans beherbergt, zusammen mit dem Vorhandensein von Wasser und den Überresten alter Werke zur Eisenverarbeitung.
Ist Pontone ein guter Ausgangspunkt für das Tal?
Ja, das Dorf ist ein Durchgangsort zum Valle delle Ferriere und über Treppen und Wege mit Amalfi verbunden. Prüfe vor dem Aufbruch immer den Zustand der Wege bei den offiziellen Quellen.
Ist es nach Regen ratsam, im Tal zu wandern?
Vorsicht ist geboten: Untergrund und Stufen werden rutschig und der Bach schwillt an. Prüfe die Wettervorhersage und die offiziellen Hinweise zur Zugänglichkeit der Wege.
Quellen und nützliche Links
Zeiten, Preise und Leistungen können sich ändern: Prüfe vor der Reise immer die offiziellen Quellen.
Aktualisiert: 2026-10-26





