Eine Insel, die man in Ruhe angeht
Mit Kindern ist das Geheimnis, wenig auszuwählen. Capri und Anacapri bieten viel, aber der Tag funktioniert am besten, wenn er sich um zwei oder drei Höhepunkte dreht und Raum für Pausen, Eis und spontane Abstecher lässt.
Für den ersten Besuch empfiehlt sich eine einfache Idee: ein Vormittag in Capri, eine lange Pause, ein langsamerer Nachmittag, vielleicht in Anacapri oder am Meer. Der Rest kann auf ein anderes Mal warten.
Die Anreise ist schon ein Abenteuer
Für viele Kinder beginnt das Schönste noch vor dem Anlegen: die Überfahrt mit Fähre oder Tragflügelboot, der näher kommende Hafen von Marina Grande, die Faraglioni, die in der Ferne auftauchen. Die Verbindung startet von Neapel und Sorrent und in der Saison auch von der Amalfiküste.
Von Marina Grande fährt die Standseilbahn hinauf zur Piazzetta, auf der Piazza Umberto I. Für die Kleinen ist das eine kleine Attraktion für sich, und auch praktisch für alle mit müden Beinen. Prüfe vor der Abfahrt immer die Fahrten und die Meeresbedingungen auf den offiziellen Kanälen der Reedereien und der Standseilbahn.

Kinderwagen, Rucksäcke und die richtigen Schuhe
Das Zentrum von Capri besteht aus engen Gassen, Steigungen und Treppen, und auf manchen Abschnitten wird der Kinderwagen zum Hindernis. Für kleine Kinder ist eine Trage oder ein Rückentragegestell oft praktischer; für größere Kinder genügen geschlossene und bequeme Schuhe, besser als Sandalen.
Nimm Wasser, Hut und Sonnencreme mit: Die Insel ist hell und viele Straßen liegen in der Sonne. Langsam zu gehen, mit einem klaren Ziel vor Augen, ist besser als einer dichten Route hinterherzujagen.
Geschichten, die man unterwegs erzählen kann
Kinder begeistern sich für Orte, wenn sie eine Geschichte haben. In der Villa Jovis, der Residenz des Kaisers Tiberius, kann man sich die Säle eines römischen Palastes mit Blick auf den Golf vorstellen, doch der Weg dorthin ist ein echter Anstieg: besser geeignet für Kinder, die ans Gehen gewöhnt sind, und ruhig und ohne Eile anzugehen.
Eine sanftere Alternative ist die Certosa di San Giacomo, um vom Leben eines alten Klosters zu erzählen. In Anacapri bietet die Villa San Michele von Axel Munthe Gärten, Ausblicke und eine Atmosphäre wie in einem Hausmuseum, das sich neugierig erkunden lässt. In der Kirche San Michele wiederum bietet der majolikaverkleidete Boden eine Beobachtungsaufgabe: Welche Tiere und welche Szenen erkennt man?

Der Blick von oben: die Seilbahn auf den Monte Solaro
In Anacapri ist die Seilbahn auf den Monte Solaro einer der Momente, an die sich Kinder am liebsten erinnern: Man fährt langsam hinauf, während die Dächer und Villen kleiner werden und der Golf sich weitet. Prüfe vor dem Einsteigen die eventuellen Hinweise für die Kleinsten und den Betrieb der Anlage, der vom Wetter abhängen kann.
Oben angekommen ist die Idee, stehen zu bleiben, zu schauen, die bekannten Punkte der Insel zu zeigen und ohne weitere Pläne wieder hinunterzufahren.
Das Meer: Baden, Boot und Leuchtturm
Marina Piccola ist der richtige Ort, um Kindern in Erinnerung zu rufen, dass man nach Capri auch wegen des Meeres kommt: ein Sprung ins Wasser, ein bisschen Spielen am Ufer, eine Pause im Schatten.
Die Grotta Azzurra besucht man per Boot und nur bei ruhiger See: Man fährt durch eine niedrige Öffnung hinein, ein Durchgang, der je nach Alter faszinieren oder Angst machen kann. Das ist kein sicherer Programmpunkt, also behandle ihn als Möglichkeit und nicht als Versprechen an die Kinder. Informiere dich über die Bedingungen des Tages und schätze den Charakter der Kleinen ein.
Am Ende des Tages ist der Leuchtturm von Punta Carena in Anacapri ein passendes Ziel, um sich von der Insel zu verabschieden: offener Raum, Felsen, Meer und ein Licht, das beim Sonnenuntergang schnell wechselt.

Pausen, die allen guttun
Die Giardini di Augusto sind perfekt, um das Tempo herauszunehmen: Blumenbeete, Bänke und von dort der Blick auf die Faraglioni, die drei Felsen, die das Symbol der Insel sind. Man kann die Kinder sie zählen lassen und erzählen, dass sie von hier aus fast zum Greifen nah wirken.
Von den Gärten sieht man auch die Via Krupp, den Serpentinenweg, der zum Meer hinabführt. Er kann gesperrt sein, also informiere dich vor der Planung des Abstiegs bei den Quellen der Gemeinde über den Zugang; bei sehr kleinen Kindern solltest du außerdem bedenken, dass es sich um einen Weg mit vielen Stufen handelt.
Wie man den Tag aufbaut
Eine einfache Idee: Ankunft am Morgen, Standseilbahn, Piazzetta und Giardini di Augusto; entspanntes Mittagessen und Pause; am Nachmittag ein aktiveres Erlebnis, etwa die Seilbahn in Anacapri oder ein Bad in Marina Piccola. Wenn die Kinder müde sind, nimm es an, früher zurückzufahren: Eine so schöne Insel kann man wieder besuchen.
Fahrzeiten der Verkehrsmittel, Öffnungszeiten von Villen und Gärten, Meeresbedingungen und Zugänge zu Wegen ändern sich im Jahresverlauf: Prüfe immer die aktuellen Informationen auf den offiziellen Websites.

Häufige Fragen
Ist Capri für kleine Kinder geeignet?
Ja, mit einigen Vorkehrungen. Gassen, Anstiege und Treppen machen den Kinderwagen in mehreren Abschnitten wenig praktisch, daher kann eine Trage bequemer sein. Es lohnt sich, die Zahl der Stationen zu begrenzen und häufige Pausen einzuplanen.
Kann man die Grotta Azzurra mit Kindern besuchen?
Das hängt vom Meer ab: Die Bootsfahrt ist nur bei ruhiger See möglich. Der Eingang ist niedrig und eng, daher solltest du das Alter und den Charakter der Kinder abwägen und vor der Entscheidung die Bedingungen des Tages prüfen.
Welchen Spaziergang sollte man mit Kindern wählen?
Für den Anfang einen kurzen Spaziergang zu den Giardini di Augusto mit Blick auf die Faraglioni. Villa Jovis erfordert einen längeren Anstieg und ist für Kinder geeignet, die ans Gehen gewöhnt sind. Prüfe vor der Abfahrt immer die Zugänglichkeit der Wege.
Quellen und nützliche Links
Zeiten, Preise und Leistungen können sich ändern: Prüfe vor der Reise immer die offiziellen Quellen.
Aktualisiert: 2026-10-26


