Warum man Capri vom Meer aus besser versteht
Wer in Capri ankommt, sieht fast sofort die Piazzetta, die Gärten, die Villen. Vom Meer aus erkennt man dagegen die Struktur der Insel: einen Kalksteinblock mit hohen, zerklüfteten Küsten, zwei höher gelegene Zentren, Capri und Anacapri, und nur wenige Stellen, an denen die Küste bis zum Wasser abfällt.
Die Bootsrundfahrt ersetzt die Besichtigungen an Land nicht, sie ergänzt sie. Manche Orte der Insel versteht man wirklich nur von hier aus.
Von Marina Grande zu den Faraglioni
Der Start ist in der Regel in Marina Grande, dem Hafen, an dem Fähren und Tragflächenboote ankommen und von dem die Standseilbahn zur Piazzetta abfährt. Man fährt an der Ostseite entlang, die von den Höhen dominiert wird, auf denen die Villa Jovis liegt, die Residenz des Kaisers Tiberius. Von unten ahnt man, warum ein so abgelegener und geschützter Ort gewählt wurde.
Dann kommen die Faraglioni, die drei Felsen, die das Symbol der Insel sind. Aus der Nähe schätzt man ihre Höhe, und bei ruhiger See können die Boote durch den Raum zwischen den Felsen fahren. Wenn man nach oben blickt, erkennt man auch die Giardini di Augusto und den Serpentinenverlauf der Via Krupp, den man vom Land aus nie mit einem einzigen Blick erfasst.

Die Südseite: Marina Piccola und Punta Carena
Weiter geht es nach Marina Piccola auf der Südseite, einem der wenigen Abschnitte, an denen sich die Insel zum Wasser hin öffnet. Weiter vorn wird die Küste wilder, mit senkrechten Wänden und kleinen vom Meer ausgehöhlten Nischen.
Der letzte große Orientierungspunkt ist der Leuchtturm von Punta Carena im westlichen Teil unterhalb von Anacapri. Hier scheint die Insel im offenen Meer zu enden, und die Farbe des Wassers gehört zu den intensivsten der gesamten Fahrt.
Die Blaue Grotte: so läuft der Besuch ab
Die Blaue Grotte liegt auf der nordwestlichen Seite. Der Eingang ist sehr niedrig, deshalb fährt das große Boot nicht hinein: Man steigt in kleine Ruderboote um, und um unter dem Felsen hindurchzukommen, muss man den Kopf senken und reglos am Boden des Bootes bleiben.
Innen fällt das Licht vom Meer durch eine unter Wasser liegende Öffnung ein und färbt das Wasser elektrisch blau. Der Durchgang ist kurz, deshalb sollte man den Moment genießen und nicht nur an Fotos denken.
Die Grotte kann auch zu Land erreicht werden, hier geht es aber um die Route über das Meer, die sie in die Inselrundfahrt einbindet.

Wann das Meer entscheidet
Die Blaue Grotte ist nur bei ruhiger See mit dem Boot zugänglich. Schon etwas Wellengang reicht, um den Zugang auszusetzen: Die Öffnung ist so niedrig, dass Sicherheit an erster Stelle steht.
Darum sollte man die Grotte als Möglichkeit und nicht als Gewissheit betrachten. Auch andere Etappen der Rundfahrt, etwa die Durchfahrt zwischen den Faraglioni, hängen von Wind und Wellen ab. Informiere dich am Tag selbst über die Seebedingungen und eventuelle Sperrungen bei den offiziellen Stellen und den autorisierten Anbietern.
Gemeinsame Tour, private Tour oder Mietboot
Die wichtigsten Möglichkeiten sind drei:
- Gemeinsame Tour: folgt einer festen Route mit kurzen Stopps und ist die einfachste Wahl, um die wichtigsten Punkte zu sehen.
- Privates Boot mit Crew: ermöglicht es, Tempo, Stopps und Badepausen selbst zu bestimmen, und ist ideal für alle, die mehr Freiheit möchten.
- Mietboot: erfordert Erfahrung und die Einhaltung der Navigationsregeln sowie der Badeverbotszonen rund um Felsen und Grotten.
Bevor du dich entscheidest, kläre, was in der Tour enthalten ist. Der Eintritt zur Blauen Grotte wird oft getrennt von der Bootsfahrt gehandhabt, daher solltest du die Bedingungen des Angebots immer prüfen.

Tipps für einen gelungenen Tag
Nimm Wasser, einen Hut und Sonnenschutz mit: Auf dem Boot ist die Sonne stärker, als es scheint. Bequeme Schuhe mit rutschfester Sohle helfen beim Bewegen an Bord und beim Umstieg in das Boot der Grotte.
Wenn du von der Amalfiküste kommst, denke daran, dass die Schiffsverbindungen nur in der Saison aktiv sind. Prüfe die Verbindungen auf den Kanälen der Gesellschaften und plane vor der Rückfahrt ausreichend Zeit ein, besonders wenn das Meer unruhig ist.
Die Rundfahrt funktioniert auch gut als Einstieg: Gleich bei der Ankunft unternommen, hilft sie bei der Orientierung und bei der Entscheidung, was man an Land besuchen möchte.
Häufige Fragen
Ist die Blaue Grotte immer besuchbar?
Nein. Der Besuch per Boot ist nur bei ruhiger See möglich, weil der Eingang sehr niedrig ist. Prüfe die Bedingungen am selben Tag bei den offiziellen Stellen und den autorisierten Anbietern.
Fährt das Tourboot direkt in die Grotte?
In der Regel nein: Am Eingang steigt man in kleine Ruderboote um, weil die Öffnung für größere Boote zu niedrig ist.
Umfasst die Inselrundfahrt auch Anacapri?
Vom Meer aus fährt man an der Seite von Anacapri entlang, mit dem Leuchtturm von Punta Carena und der westlichen Küste. Um die Villa San Michele oder den Monte Solaro zu besuchen, muss man hingegen auf die Insel hinauffahren.
Quellen und nützliche Links
Zeiten, Preise und Leistungen können sich ändern: Prüfe vor der Reise immer die offiziellen Quellen.
Aktualisiert: 2026-10-26





