Ein Dorf ohne Zentrum
Furore lässt sich nicht in einem Platz zusammenfassen. Es gibt kein Herz, in dem die Straßen zusammenlaufen, und keinen einzigen Kern, um den sich die Häuser drängen: Die Wohnhäuser verteilen sich entlang des Hangs, auf unterschiedlichen Höhen, zwischen Terrassen, Treppen und Kurven der Staatsstraße.
Daher stammt der Spitzname «das Dorf, das es nicht gibt», der mehr als ein Fehlen eine besondere Siedlungsform beschreibt. Der Rat ist, die Regel des Ortes anzunehmen: In Furore sucht man nicht das Zentrum, sondern baut sich eine Route, mit Stopps dort, wo die Landschaft und die Kunst an den Wänden es nahelegen.
Die Schlucht von der Brücke aus gesehen
Das bekannteste Bild von Furore ist die Schlucht: eine tiefe, schmale Schlucht, die den Berg einschneidet und bis zum Meer hinabführt. Die Staatsstraße überquert sie auf einer hohen Brücke, von der aus man das Verhältnis zwischen den senkrechten Wänden und dem kleinen Wasserspiegel unten erkennt.
Das ist ein Anblick, den man sich in Ruhe und mit Vorsicht gönnen sollte, denn die Staatsstraße ist schmal und stark frequentiert. Wer verstehen möchte, wie der Abstieg zum Grund der Schlucht funktioniert und welche Zugangsregeln gelten, findet detailliertere Hinweise im dem Fiord gewidmeten Artikel.

Die Marina und die alten Fischerhäuser
Am Ende der Schlucht öffnet sich eine kleine Marina, mit den alten Fischerhäusern, die sich an den Fels schmiegen. Es sind einfache Bauten, entstanden, um vom Meer zu leben, an einem der wenigen Punkte, an denen die senkrechte Küste eine Öffnung zum Wasser lässt.
Der Zugang zum Strand der Schlucht kann aus Sicherheitsgründen eingeschränkt sein, bedingt durch die Form der Schlucht und die jeweiligen Bedingungen. Bevor man den Besuch plant, sollte man die Hinweise der Gemeinde und die vor Ort aufgestellten Schilder prüfen und ohne Reue verzichten, wenn der Zugang nicht erlaubt ist: Der Blick von oben bleibt ohnehin eindrucksvoll.
Das obere Dorf und die sprechenden Wände
Wenn man zum oberen Dorf hinaufsteigt, verändert Furore seinen Charakter. Wände, Treppen und Hausecken werden zur Leinwand für Murales und Kunstwerke, die die Gassen in eine Freiluftgalerie verwandeln.
Die Werke begegnen einem beim Gehen, ohne feste Reihenfolge, und am besten betrachtet man sie langsam und auch im Detail: eine Mauerecke, ein Höhenwechsel, eine Treppe. Hier ist die Kunst nicht in einem Museum eingeschlossen, sondern mischt sich mit dem Alltagsleben der Häuser, und genau das gibt dem Dorf seine unverwechselbare Identität.
Terrassenweinberge über dem Meer
Der Hang von Furore wird seit Jahrhunderten terrassenförmig bearbeitet, gestützt von Steinmauern, und viele dieser Terrassen beherbergen Weinberge. Aus dieser landwirtschaftlichen Landschaft entsteht der Wein der Bezeichnung Costa d'Amalfi Furore.
Auch ohne auf die Verkostung einzugehen, sind die Rebzeilen eine Attraktion für sich: Sie erzählen, wie viel Arbeit es braucht, ein so steiles Gebiet zu bewirtschaften, und wie der Mensch den Berg bis fast ans Meer geformt hat. Für mehr zu Geschmack und Produktion verweisen wir auf den dem Wein gewidmeten Artikel.
Zu Fuß zwischen Dorf, Schlucht und Agerola
Furore ist auch ein Ort, den man zu Fuß erkundet. Einige Wege verbinden das obere Dorf mit der Schlucht, andere führen nach Agerola im Hinterland und bieten einen Wechsel von Höhe und Perspektive gegenüber der Küstenlinie.
Vor der Abreise
Der Zustand der Wege kann sich durch Erdrutsche, Wartungsarbeiten oder Wetterbedingungen ändern: Es empfiehlt sich, sich bei den offiziellen Stellen des Gebiets zu informieren. Man braucht geeignetes Schuhwerk, Wasser und einen zeitlichen Puffer für den Rückweg, denn die Höhenunterschiede sind auf diesen Treppen auch dann spürbar, wenn die Strecken kurz erscheinen.
In der Nähe von Conca dei Marini und der Grotta dello Smeraldo
Furore liegt ganz in der Nähe von Conca dei Marini und der Grotta dello Smeraldo, und die drei Orte lassen sich zusammen betrachten. Die Schlucht mit ihrer Engstelle und die Grotta mit ihrem verborgenen Meer sind zwei unterschiedliche Arten, wie hier an diesem Küstenabschnitt Fels und Wasser aufeinandertreffen.
Wer mehr Zeit hat, kann also einen kurzen Abstecher zum Nachbarort einplanen, ohne den Tag in eine hastige Tour von Station zu Station zu verwandeln. Zugangsmodalitäten zur Grotta und Verbindungen müssen auf den offiziellen Quellen geprüft werden.
Wie man den Besuch plant
Um Furore bestmöglich zu sehen, ist die Strategie einfach: an einem Aussichtspunkt über der Schlucht beginnen, dann zum oberen Dorf für die Murales hinaufsteigen, sich etwas Zeit für einen Wegabschnitt oder den Blick auf die Weinberge nehmen und dem Unvorhergesehenen Raum lassen.
Ziehen Sie bequeme Schuhe an, bedenken Sie die vielen Treppen und prüfen Sie vorab Zugänge, Verkehrsmittel und die Bedingungen an der Schlucht. In einem Ort ohne Zentrum gehört die fürs Gehen aufgewendete Zeit zum Erlebnis dazu.
Häufige Fragen
Warum wird Furore das Dorf genannt, das es nicht gibt?
Weil es kein echtes Zentrum hat: Die Häuser sind entlang des Hangs auf unterschiedlichen Höhen verteilt, ohne einen Platz oder einen Hauptkern, um den sich das Dorfleben konzentriert.
Kann man immer zum Strand der Schlucht hinuntergehen?
Nein. Der Zugang zum Strand kann aus Sicherheitsgründen eingeschränkt sein. Es ist ratsam, vor der Planung des Besuchs die Hinweise der Gemeinde und die Schilder vor Ort zu prüfen.
Was kann man in Furore außer der Schlucht sehen?
Das obere Dorf mit den Murales und den Kunstwerken an den Wänden, die Terrassenweinberge, aus denen der Wein Costa d'Amalfi Furore entsteht, sowie die Wege, die den Ort mit der Schlucht und mit Agerola verbinden.
Quellen und nützliche Links
Zeiten, Preise und Leistungen können sich ändern: Prüfe vor der Reise immer die offiziellen Quellen.
Aktualisiert: 2026-10-26





